LOMA PRIETA / DANGERS / SWAIN / NERVOUS

  Hardcore-Konzert

Die Band ist benannt nach einem der heftigsten Erdbeben, die San Francisco jemals erschütterten – und so klingt sie auch. LOMA PRIETA reizen die Grenzen dessen, was als selbst in einem ohnehin harschen Hardcore-Punk-Kosmos als „Musik“ verstanden werden kann radikal aus. In einem Interview bemerkte Gitarrist Sean, dass ihn insbesondere der progressive Gedanke von Noise-Rock-Bands wie SONIC YOUTH faszinieren und so hat das Quartett aus der ikonischen Bay-Area im Herzen Kaliforniens seine Sreamo-Wurzeln längst hinter sich gelassen. Diese sind einem temporeichen, unberechenbaren, kratzigen Rauschen von fiependem Feedback, hallenden Reverb-Gitarren und wahnsinnigen Blast-Beats gewichen, die nur vereinzelt von hellen, melodischen Momenten gebrochen werden. Kein Wunder, dass sich Deathwish, das Label des CONVERGE-Sängers Jacob Bannon, dieser Band angenommen hat. Die Tourkollegen DANGERS sind nicht weniger intensiv. Vor allem aber sind DANGERS angepisst. Als hässlicher Spiegel des American Dreams keift sich der rohe Hardcore-Sound der kalifornischen Kapelle mit einer kathartischen Wut und den wahrscheinlich reflektiertesten Texten des Genres gegen die irre Wirklichkeit der „Western World“. Gegen apathische, eklektische Lebensweisen stemmen sich auch SWAIN, die bis vor Kurzem noch unter dem THIS ROUTINE IS HELL firmierten. Vergleichbar mit den frühen CEREMONY ist SWAIN’s „Howl“ eine rasante Aneinanderreihung grooviger Hardcore-Punk-Songs – eine der besten Live-Bands Europas! NERVOUS’ Leitspruch lautet: „Hate For Police. Love For Oakland lautet“. Klasse Lo-Fi-Punk-Trio mit Ex-Mitgliedern von Bands wie BIG KIDS, LEWD ACTS und LOMA PRIETA. Ganz ehrlich: wenn Ihr dieses Jahr nur ein Hardcore-Punk-Konzert besuchen könnt, aus welchen Gründen auch immer, dann ist es dieses.