BELGRADO / DIE APART

  Post-Punk/New-Wave-Konzert

Nachdem Belgrado zuletzt 2013 unsere Gäste waren, sind sie 2019 wieder auf Europa-Tour und wieder spielen sie bei uns in der Oetinger Villa. Wir freuen uns auf einen Abend vollgepackt mit Post-Punk und Wave, ergänzt um innovative und in diesen musikalischen Gefilden bisher selten anzutreffende Elemente.

Touren durch Europa, die USA, Lateinamerika, Japan und Südostasien, inzwischen 3 Alben, unzählige Auftritte auf Festivals in ganz Europa – wenn es Belgrado an etwas nicht mangelt, dann sind es Arbeitsethos und künstlerischer Output. Was sie dabei von vielen anderen Bands des Genres unterscheidet, sind kaum zu bändigende, kreative Energie und der unbedingte Wille, sich stetig weiterzuentwickeln.

Wo auf ihrer Debut-LP noch klassischer 1980er Post-Punk den Sound von Belgrado dominiert, entwickeln sie auf ihrem zweiten Album Siglo XXI (2013) einen reiferen, kühleren Sound, der sich immer stärker von anderen Bands des Genres abzuheben beginnt. Spätestens mit ihrem letzten Album Obraz (2016) zeigen sie dann, was wirklich an Potenzial in der Kombination der vier Musiker steckt. Die Band erkundet bisher unbekanntes Territorium, von Psychedelia, über Dub bis hin zu exotischen Rhythmen.

Das Grundgerüst ihres Sounds baut dabei weiterhin auf den klassischen Klängen von Cold-Wave und Post-Punk auf. Trotz der unterschiedlichen Einflüsse klingen sie aber auch auf ihrer letzten LP weiter typisch nach Belgrado. Das punktgenau getaktete Drumming treibt die Band stetig voran, während smoothe
Basslines die Harmoniestrukturen der Songs vorgeben. Über diesem treibenden und tanzbaren Fundament flirrt die Gitarre, die dabei die Songs auf Obraz um Post-Punk-typische Motive ergänzt. Den Raum zwischen Gitarre und Bass füllt die Stimme der Sängerin Patrycja, wobei ihr häufig rhythmischer und repetitiver Gesang trance-ähnlichen Zuständen zu entstammen scheint – und das Potenzial hat, diese bei den Zuhörern auszulösen. In ihren Texten beschäftigt sich die Band vor allem mit den düsteren Seiten einer Welt, die durch technischen Fortschritt immer schnelllebiger wird und mit der sozialen Entfremdung, die damit einhergeht. Das Resultat sind spannende Songs, die düster, wie auch tanzbar sind – dabei aber gleichzeitig oft auch verträumt und fast schon heiter erscheinen.

In Spanien beheimatet, aber zusammengesetzt aus zwei Venezolanern, einem Briten und einer aus Polen stammenden Sängerin, treffen in diesem transkulturellen Spannungsfeld post-sowjetische Architektur, grauer Himmel und die Ursprünge des britischen Post-Punk der 1980er Jahre auf Sommer, Sonne und die politischen Tumulte, die Venezuela seit Jahren prägen. Wenige Städte könnten so gut als Katalysator für diesen künstlerischen und transkulturellen Clash dienen, wie das kosmopolitische und multikulturelle Barcelona.