FACHTAG ZUR PRÄVENTION RECHTSEXTREMER RADIKALISIERUNG

  Pädagogischer Fachtag

Fachtag zur Prävention rechtsextremer Radikalisierung am 11. April, von 9:00-16:30 Uhr in der Oetinger Villa in Darmstadt.

Am 11. April startet die Darmstädter Demokratiereihe 2019.

Im Fokus der Reihe stehen Ursachen und Wirkungen demokratiefeindlicher Tendenzen und die damit verbundenen Herausforderungen für die Kinder- und Jugendarbeit, für Bildungseinrichtungen, aber auch für Politik und Gesellschaft in und um Darmstadt.

Die Veranstaltung diskutiert mögliche Ursachen von Rechtspopulismus und richtet den Blick auf die extreme Rechte und ihre jugendaffinen Strategien und Methoden. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach Möglichkeiten der Prävention. Die Veranstaltung richtet sich an Multiplikator*innen aus der Kinder- und Jugendarbeit als auch aus der schulischen und außerschulischen Bildung in Darmstadt und Region.

Inputvorträge und Workshops informieren über geeignete Handlungsstrategien und bieten Raum für einen intensiven Austausch. Auf dieser Grundlage sollen im Verlauf der Demokratiereihe Handlungsempfehlungen für alle im Feld beteiligten Akteur*innen entwickelt werden.

Programm:

09:30 UHR BEGRÜSSUNG UND GRUSSWORTE
Klaus Bechthold (Vorstand Spielmobil Darmstadt e. V.), Jochen Partsch (Oberbürgermeister), Barbara Akdeniz (Sozialdezernentin)

VORTRAG: RECHTSPOPULISMUS UND DIE POLARISIERUNG DER GESELLSCHAFT
Seit dem Sommer 2015, der Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland, hat sich die Gesellschaft in Deutschland polarisiert. Mit dem Aufstieg und der Etablierung des Rechtspopulismus, der gesunkenen Hemmschwellen z.B. in den Sozialen Netzwerken oder den Protesten wie in Chemnitz zeigt sich zunehmend, dass der Konsens über das demokratische Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft (aus den verschiedensten Gründen) für viele Menschen zur Disposition steht und dabei auch Menschen- und Bürgerrechte selbst infrage gestellt werden. Der Vortrag skizziert verschiedene Ursachen hierfür und stellt Fragen zu Lösungsperspektiven zur Diskussion.
Referent: Dr. phil. Reiner Becker, Leiter des Demokratiezentrums im Beratungsnetzwerk Hessen – Gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus

PAUSE

VORTRAG: DIE IDENTITÄRE „BEWEGUNG“ –
GESCHICHTE, IDEOLOGIE, STRUKTUR, STRATEGIE
Die Identitäre Bewegung ist zur Zeit in aller Munde. Ihr gelingt es, rechtsextreme Themen in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Der Vortrag zeigt auf, wie die Gruppierung mit modernen Marketingmethoden arbeitet und bewusst auf Social Media setzt. Dargestellt wird die Geschichte der selbsternannten “Bewegung”, ihre ideologischen Hintergründe und ihre Strategien zur medialen Inszenierung.
Referent: Fabian Jellonnek, Politikwissenschaftler, Mitgründer von achtsegel.org – Büro für demokratische Kommunikation und politische Bildung

12:30 UHR MITTAGSPAUSE

13:15 UHR WORKSHOPS
A: „Praxisbezogene Ansätze zur Prävention von Rechtsextremismus in der Jugendarbeit” Einstiege in die rechtsextremistische Szene sind schleichende Prozesse die bereits im Jugendalter stattfinden können. Der Umgang mit gefährdeten Jugendlichen im Kontext der Jugendarbeit stellt Verantwortliche vor die Frage, welche pädagogischen Ansätze hier sinnvoll sind. Mit gemeinsamen Gesprächen und Praxisberichten wollen wir dies diskutieren und überlegen wie pädagogische Arbeit mit Jugendlichen einen Beitrag zur Prävention von Rechtsextremismus leisten kann.
Referent*innen: Christina Dethloff und Andreas Reuter (Rote Line e. V.)

B: „Handlungsperspektiven im Umgang mit Rechtsextremismus“
Der Workshop möchte die Teilnehmer*innen im Umgang mit rechtsextremen Haltungen und Äußerungen in ihrer pädagogischen Einrichtung unterstützen. Ziel ist es, einen Raum für die Auseinandersetzung mit der Problematik zu ermöglichen, konkrete Handlungsanlässe zu reflektieren und die Relevanz der Positionierung für Demokratie und Menschenrechtsschutz zu verdeutlichen. Bei der Thematisierung von pädagogischen Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Rechtsextremismus kommt der Berücksichtigung der Perspektive der von Rechtsextremismus Betroffenen, ihrer Wünsche und Bedürfnisse, sowie deren Unterstützungsmöglichkeiten
zentrale Bedeutung zu.
Referentin: Tami Rickert (Bildungsstätte Anne Frank)

C: “Faken, manipulieren, simulieren”
Rechtsextremen gelingt es mit Methoden der Simulation und Manipulation in Sozialen Netzwerken
eine Relevanz zu erzeugen, die sie Offline nicht haben. Im Workshop werden verschiedene
dieser Strategien wie beispielsweise Fake News oder manipulierende Nachrichtenseiten
vorgestellt und aufgezeigt, woran man diese erkennen kann.
Referent: Fabian Jellonnek, achtsegel.org – Büro für demokratische Kommunikation und politische Bildung

15:00 UHR KAFFEEPAUSE

15:30 UHR INTERAKTIVE DISKUSSIONSRUNDE
Prävention in Darmstadt – Bedarfe und Empfehlungen

16:30 ABSCHLUSS

Moderatorin: Julia Müller (Referentin für politische Bildung, Hessischer Jugendring e. V.)

 

Für die Teilnahme ist eine vorige Anmeldung und ein Teilnahmebeitrag von 10 Euro erforderlich. Dem Teilnahmebeitrag entrichten Sie am Tag am Empfang.Die Anmeldung bitte per Mail an demokratie@spielmobil-darmstadt.de mit folgenden Angaben:
Vor- und Nachnamen, Organisation/Einrichtung, E-Mailadresse, gewünschter Workshop.

Der Fachtag ist eine Veranstaltung des Spielmobil Darmstadt e. V. in Kooperation mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt und wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert und findet in den Räumen des Jukuz Oetinger Villa und des Queeren Zentrums statt.