ISRAEL UND DIE GEGENWART DES ANTISEMITISMUS

  Ringvorlesung

Der Vortrag beschäftigt sich mit dem Konzept der Intersektionalität aus der Perspektive der kritischen Antisemitismusforschung und zeigt auf, dass die Judenfeindschaft im Rahmen der intersektionalen Trias race, class, gender nicht adäquat analysiert werden kann. In den letzten Jahren wurde Intersektionalität zudem immer stärker zu einem politischen Slogan, der in Allianz mit der BDS Kampagne und durch Pinkwashing-Vorwürfe Israel delegitimiert. Karin Stögner schlägt demgegenüber eine radikale Umwertung des Intersektionalitätskonzepts vor, um es für eine emanzipatorische Politik zurückzugewinnen. Antisemitismus wird dabei selbst als Paradebeispiel einer intersektionalen Ideologie bestimmt: in ihm amalgamieren sich Momente des Rassismus, Sexismus, Nationalismus und der Homophobie zu einer verzerrten Welterklärung. Ausgehend davon wird die Konzeption einer „Intersektionalität von Ideologien“ entworfen.

 

Karin Stögner ist Dozentin an der Universität Wien und derzeit Gastprofessorin für Kritische Theorie an der Goethe Universität Frankfurt. Sie ist Autorin von „Antisemitismus und Sexismus. Historisch-gesellschaftlicheKonstellationen“ (Nomos 2014) und Ko-Autorin von „AfD und FPÖ. Antisemitismus, völkischer Nationalismus und Geschlechterbilder“ (Nomos 2017).

 

 

Alle Termine dieser Reihe

9.5.18 Alex Feuerherdt | Mythos „Nakba“. Die Entstehung Israels, der arabische Antisemitismus und die Vertreibung der Juden aus den arabischen Staaten

23.5.18 Stephan Grigat | Gesellschaftskritik & Israel. Kritische Theorie des Zionismus und des Antizionismus

13.6.18 Leo Elser | In antisemitischer Gesellschaft

27.6.18 Karin Stögner | Merkwürdige Allianzen: Intersektionalität, (Anti-)Feminismus und Antisemitismus