MESSER / PERFORMANCE

  Wave/Post-Punk/Pop-Konzert

Die Gruppe Messer hatte sich zurückgezogen, trat in den letzten zwei Jahren nur vereinzelt auf, meist nicht im klassischen Rockkorsett: Die Vertonung der Tagebücher Romy Schneiders oder etwa eine Performance zu Boris Vian war auch ein Versuch, sich für neue Perspektiven zu öffnen. Still war es bei Messer also nicht, und während der intensiven Arbeit am dritten Album der Band tat sich hinter den Vorhängen so manches: Gitarrist Palle Schaumburg verließ die Gruppe, Manuel Chittkas Percussion wuchs als fester Bestandteil in die Band und verschmolz mit dem Schlagzeug Philipp Wulfs, Bassist Pogo McCartney wandte sich vermehrt der Orgel zu – und Milek stieß als neuer Gitarrist dazu. Der Multi-Instrumentalist fand schnell seinen Platz und bereichert ein Songwriting, das den Gedanken an ein musikalisches Genre endgültig hinter sich gelassen hat. In neuer Konstellation also nahm die Gruppe das Nachfolgealbum zu DIE UNSICHTBAREN auf – JALOUSIE erschien im Sommer auf dem Hamburger Label Trocadero.

PERFORMANCE – hinter diesem Pseudonym verbirgt sich kein geringerer als Hendriks Bruder Dominik Otremba, der Messer auf die ein oder andere Art ohnehin von Anfang an begleitet hat – ist die Vertonung einer fast lebensnotwendigen Lust zur Musik, anachronistisch durch die Pop-Historie, in starker Affinität zum Pomp der wavigen 1980er Jahre – mal in Verneigung, mal überheblich, immer mit Charme und Herz. Da verbeugt und überhebt sich ein Einzelner, in der Performance aber geht es um das große Miteinander.